Berufliche Oberschule Inn-Salzach

„Der Landkreis Mühldorf a. Inn im Nationalsozialismus“: Besuch einer Dauerausstellung

Gemeinsam mit ihren Geschichtslehrkräften besuchten sämtliche Schülerinnen und Schüler der 11. Jahrgangsstufe, die in ausgelagerten Klassenzimmern in Mühldorf unterrichtet werden, an zwei Terminen die Ausstellung „Alltag-Rüstung-Vernichtung“ im Mühldorfer Haberkasten. Sowohl am 17.10.18 als auch am 12.11.18 wurden die Klassen nach der Begrüßung vor Ort, aufgeteilt in mehrere Gruppen, durch die Ausstellung geführt. Im Anschluss erhielten die Jugendlichen die Möglichkeit, sich mit einzelnen Bereichen der Ausstellung (z.B. dem Rüstungsbunker sowie dem KZ-Außenlagerkomplex Mühldorf oder dem Kriegsende im Landkreis Mühldorf) noch genauer vertraut zu machen. Zudem bearbeiteten die Schülerinnen und Schüler vom Museum zur Verfügung gestellte Arbeitsblätter und beschäftigten sich hierdurch unter anderem mit dem Besuch Adolf Hitlers im März 1938 in Mühldorf. Mittels der Nachbesprechung der Exkursion im Geschichtsunterricht wurden die Ergebnisse der Arbeitsphase ausgewertet und zugleich die auch in der Ausstellung behandelte Aufarbeitung der NS-Zeit ab 1945 vertiefend erläutert und diskutiert. In diesem Zusammenhang setzten sich die Klassen auch mit revisionistischen Thesen kritisch auseinander, was die Schülerinnen und Schüler zu einem Aufbau eines reflektierten Geschichtsbewusstseins befähigen soll.

Der Großteil der Jugendlichen war mit den Geschehnissen im Landkreis Mühldorf in den Jahren 1933-45 vor dem Besuch der Dauerausstellung nicht vertraut oder hatte lediglich rudimentäre Kenntnisse, so dass sich die Schülerinnen und Schüler bei der anonymen Reflexion der Exkursion häufig verwundert und auch bestürzt zeigten:

„Mir sind vor allem die Fotos von den Kindern, die in der Anstalt Ecksberg untergebracht waren und der Euthanasie zum Opfer gefallen sind, im Kopf geblieben.“ (Schülerin, 11W6)

„Komischer Gedanke, dass Hitler Mühldorf besucht hat.“ (Schülerin, 11W5)

„Ich wusste bisher nur vom Mühldorfer Hart, also vom Bunker. Zwar wusste ich, wie es dort heute aussieht, aber genauere Informationen zum Bunker hatte ich bisher nicht. Es war schockierend zu erfahren, was die Zeitzeugen über den Alltag auf der Bunkerbaustelle berichteten.“ (Schüler, 11W5)

Für die gute Zusammenarbeit und die Organisation möchten wir uns besonders bei Frau Herrmann bedanken. Weiterhin danken wir Herrn Roth sowie dem Ehepaar Maier für die jeweils informativen Führungen.

StRin Birnkammer, StRin Hennersperger, StR Schröck und StRin Bauer
(Fotos © StRinnen Bauer und Birnkammer; Aufnahmen genehmigt durch die Museumsleitung)