Berufliche Oberschule Inn-Salzach

Ein Besuch auf der „Farm der Tiere“

Am Freitag, den 18.3.2022, besuchten die Klassen 13Ga, 13Sa und 13S1 im Stadtsaal Burghausen die Theateraufführung „Animal Farm“. Die Theatergruppe ADGE & TNT Theatre Britain brachte den 1945 von George Orwell veröffentlichten Roman, den die Klassen zuvor intensiv im Englischunterricht besprochen hatten, auf die Bühne. In dem äußerst lesenswerten Buch geht es um den Aufstand von Tieren auf einem englischen Bauernhof gegen die Dominanz ihres gewalttätigen Besitzers. Nach dessen Flucht übernehmen die Tiere die Herrschaft über die Farm, wobei die schlauen Schweine sehr bald die Macht an sich reißen und sämtliche Regeln für die Tiere aufstellen und willkürlich verändern. Die Gewaltherrschaft der Schweine und ihres Anführers Napoleon ist schließlich brutaler, als es die ihres ehemaligen Herrn jemals war. Orwells Klassiker ist eine Satire über die Russische Revolution von 1917 und ihre Nachwirkungen, thematisiert aber in schonungsloser Klarheit auch grundsätzliche Mechanismen von Machtmissbrauch, Manipulation und Propaganda.

Die von Paul Stebbings für die Bühne adaptierte und von Gaspard Legendre in sehr gut verständlichem Englisch inszenierte Fassung besticht durch eine große Nähe zur Handlung des Romans. Aus der einfachen Requisite wurde das Maximale herausgeholt. Zudem wurde die Inszenierung mithilfe von Musik- und Tanzeinlagen sowie artistischen Elementen der Dynamik von Orwells Geschichte mehr als gerecht. Herausragend war die Leistung der Schauspieler, die souverän und sehr ausdrucksstark jeweils mehrere und zum Teil gegensätzliche Rollen übernahmen und so die Charaktere mit Leben und Leidenschaft füllten.

Insgesamt durften wir eine rundum gelungene Inszenierung bestaunen, deren Essenz die Schauspieler am Ende mit einem Bonmot Orwells zusammenfassten: „If liberty means anything at all, it means the right to tell people what they do not want to hear“ – eine Aussage, welche die Schülerinnen und Schüler noch länger zum Nachdenken anregte, wie sich in der Nachbesprechung in geselliger Runde zeigte.

Gregor Weidinger