Berufliche Oberschule Inn-Salzach

Vortrag Psychoanalyse für Schülerinnen und Schüler des Sozialzweigs der FOS/BOS

Am Donnerstag, den 19.12.2019, erhielten einige der 12. und 13. Klassen des Sozialzweigs der FOS/BOS Altötting sowie die Lehrkräfte der Fachschaft Pädagogik/Psychologie die Möglichkeit zu einer Frage-und-Antwort-Runde mit Herrn Lukas Brand, MSc, dessen Werdegang ihn über das Studium der Psychologie in Innsbruck nun zur Ausbildung zum Psychoanalytiker in München geführt hat. Die Psychoanalyse, die neben dem tiefenpsychologischen und dem verhaltenstherapeutischen Ansatz von den Krankenkassen bezahlt wird, gilt als Königsdisziplin unter den Therapiekonzepten, verlangt sie doch vom Therapeuten eine jahrelange Ausbildung, die neben der Vertiefung des theoretischen Wissens auch eine Lehranalyse, d.h. die Durchführung einer Psychoanalyse bei sich selbst durch einen anderen Analytiker verlangt. Um in das Seelenleben eines anderen eintauchen zu können, muss man also in erster Linie sich selbst gut kennen.

Die Schülerinnen und Schüler des Sozialzweigs hatten 90 Minuten Zeit, sich mit Herrn Brand über sein Studium, über dessen Arbeit in einer Klinik für chronische Erkrankungen, in der er derzeit hauptsächlich mit Schmerzpatientinnen und -patienten arbeitet und über theoretische Inhalte der Psychoanalyse auszutauschen. Sowohl in der 12. als auch in der 13. Jahrgangsstufe sind die Lehren von Sigmund Freud, die die Grundlage der klassischen Psychoanalyse bilden, ein wichtiger Bestandteil des Lehrplans und nicht selten der Abiturprüfung und so konnte sich eine anregende Diskussion auch über die Grundlagen hinaus, u.a. über die Traumdeutung und den Umgang mit narzisstischen Persönlichkeitszügen entwickeln. Mit vielen Anekdoten und Fallbeispielen aus seinem therapeutischen Alltag – selbstverständlich anonymisiert – verdeutlichte Herr Brand mit viel Fachwissen und Humor eindrucksvoll, wie vielfältig und verantwortungsvoll die Arbeit als Therapeut ist und konnte die Schülerinnen und Schüler so an die praktische Anwendung einiger der Konzepte heranführen, die sie bisher nur aus der Theorie im Unterricht kannten.

Zum Abschluss wurde lange und laut geklatscht – was für ein würdiger Abschluss des Jahres 2019, zumindest aus Sicht der Fachschaft Pädagogik/Psychologie.

StRin M. Trischberger, Staatl. Schulpsychologin und die Fachschaft Pädagogik/Psychologie