Zwischen Geschichte und Gegenwart: Unser Nachbar Tschechien im Fokus
Im Rahmen der ersten Seminarphase, in der die Schülerinnen und Schüler geeignete Themen für ihre Seminararbeiten erarbeiten, besuchte die durch verschiedene Sprachreisen nach Frankreich, Spanien, Italien und England dezimierte Seminargruppe 05 mit dem Rahmenthema Tschechien – unser Nachbar im Herzen Europas die Universität Passau sowie das Haus der Kultur in Waldkraiburg.
Am Mittwoch, den 15. Juli, nahmen sich Herr Professor Dr. Thomas Wünsch, Inhaber des Lehrstuhls für Neuere und Neueste Geschichte Osteuropas und seiner Kulturen an der Universität Passau, und seine Mitarbeiterin Frau Libuše Dekretová zwei Stunden Zeit, um der Seminargruppe einen umfassenden Einblick in die tschechische Geschichte und Kultur zu geben. Dabei wurden auch konkrete mögliche Themen für die Seminararbeiten vorgestellt und gemeinsam diskutiert.
Der sehr anschauliche und spannende Vortrag behandelte zahlreiche zentrale Aspekte der tschechischen Geschichte: von der Hauptstadt Prag und der traditionsreichen Karls-Universität über Jan Hus und die Hussitenkriege bis hin zur Geschichte des Sudetenlandes und den Themen Flucht und Vertreibung. Weitere Schwerpunkte waren der Prager Frühling, die Samtene Revolution und die herausragende Rolle von Václav Havel sowie die Bedeutung von Jazz und Literatur für die tschechische Kultur. Auch aktuelle Entwicklungen wie die Rolle Tschechiens innerhalb der EU oder die bayerisch-tschechischen Beziehungen wurden thematisiert.
Am Donnerstag, den 16. Juli, standen in Waldkraiburg zwei besonders interessante Programmpunkte auf dem Stundenplan: Frau Elisabeth Pischel, langjährige Geschäftsführerin des Heimatvereins der Adlergebirgler, führte uns durch die Heimatstube Adlergebirge. Dabei bereicherte sie ihre Ausführungen mit zahlreichen persönlichen Anekdoten, die die Geschichte der Vertriebenen lebendig werden ließen.
Da das Stadtmuseum derzeit geschlossen ist, vermittelten Herr Arnulf Lode und Museumsleiterin Frau Elke Keiper anhand zahlreicher Bilder aus dem Museum die Geschichte der Nachkriegsjahre sowie der Ankunft der Vertriebenen aus der damaligen Tschechoslowakei in Waldkraiburg. Herr Lode, der selbst als Kind nach Waldkraiburg gekommen war, ergänzte seinen Vortrag durch viele persönliche Erinnerungen.
Wir bedanken uns herzlich bei Herrn Arnulf Lode, Frau Elisabeth Pischel sowie den Organisatorinnen der beiden Veranstaltungen im Haus der Kultur, Frau Elke Keiper und Frau Claudia Gelaschwili. Unser besonderer Dank gilt außerdem Herrn Professor Dr. Wünsch und Frau Dekretová für ihre wertvolle Unterstützung.
Die Schülerinnen und Schüler konnten aus diesen Veranstaltungen zahlreiche neue Eindrücke, Anregungen und Ideen für ihre Seminararbeiten mitnehmen.
Alois Weichselbraun
Leiter der Seminargruppe

