„Die Partei hat immer recht!“ – Eine Plakat-ausstellung, die Fragen aufwirft
Wie sah der Alltag in der DDR wirklich aus? Wie stark bestimmte die Partei das Leben jedes einzelnen Menschen? Genau diesen Fragen widmet sich die von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur erstellte Plakatausstellung „Die Partei hat immer recht. Die SED im Alltag der DDR“, die ab dieser Woche in unserer Pausenhalle zu sehen ist.
Der Anlass ist ein historisches Ereignis: Vor 80 Jahren, im April 1946, wurden SPD und KPD zwangsweise zur SED vereint – ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur DDR-Diktatur.
Die Präsentation zeigt eindrücklich, dass die SED weit mehr war als nur eine Partei. Sie bestimmte nicht nur Politik und Wirtschaft, sondern griff auch tief in das Privatleben der Menschen ein. Ob in Schule, Beruf oder Alltag – die Partei war überall präsent.
Besonders spannend ist der Blick auf die Mechanismen ihrer Macht: Ideologische Schulung, Kontrolle und Repression gehörten ebenso dazu wie der ständige Druck, Loyalität zu zeigen. Gleichzeitig wird sichtbar, wie ein System entstand, in dem viele Menschen zwischen Überzeugung und Anpassung, zwischen Idealismus und Opportunismus ihren eigenen Weg finden mussten.
Auf insgesamt 20 Tafeln werden anschauliche Texte und vielfältiges Bildmaterial präsentiert – von historischen Fotos bis zu Infografiken. Über QR-Codes können Besucherinnen und Besucher zusätzlich spannende audiovisuelle Inhalte abrufen und noch tiefer in die Geschichte eintauchen.
Es lohnt sich also, sich Zeit zu nehmen und genau hinzuschauen – die Ausstellung bietet nämlich nicht nur einen Blick in die Vergangenheit, sondern lädt auch dazu ein, über die besondere Bedeutung von Freiheit, Demokratie und Mitbestimmung nachzudenken.
Alois Weichselbraun
Fachbetreuer Geschichte/Politik & Gesellschaft/Soziologie
